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Dezember 2008

FINANZINFORMATION

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie ein Hurrikan fegt die Rezession, ausgelöst durch die Finanzmarktkrise und verstärkt durch die Bankenkrise durch die deutsche Wirtschaft. Nichts und Niemand bleiben verschont. Es trifft Alle. Die Banken sehen ihre Kreditrisiken wachsen und verhalten sich tatsächlich so, wie man es ihnen immer vorwirft, dass sie sich verhalten würden, wenn es schwierig wird. Sie verweigern Kredite gerade dort, wo eben diese Kredite helfen würden, die Krise zu überwinden. Bleiben wir fair, das trifft nicht auf Alle zu, aber auf Einige.

Jammern hilft nichts, nur aktives Handeln kann helfen. Versetzen Sie sich in die Situation Ihres Bankers. Im Fernsehen, in den Zeitungen, in allen Nachrichtensendungen hört, sieht und liest er nur eines: Die „Krise“ ist überall. Die Folge: er sieht das Risiko seiner Bank überproportional wachsen und bleibt/wird besonders vorsichtig.

Genau so, wie nicht alle Banken Geld mit unseriösen Wertpapieren verloren haben, genau so wenig werden alle mittelständischen Unternehmen als Folge dieser Krise Pleite gehen. Es gilt für beide Seiten, den klaren Blick zu bewahren.

Informieren Sie die Bank anhand zeitnaher Zahlen über den tatsächlichen wirtschaftlichen Zustand Ihres Unternehmens. „Schönen“ Sie keine Zahlen, „vergessen“ Sie keine Risiken. Ihr Gegenüber bei der Bank muss sicher sein, dass Sie ihm die Wahrheit verkünden. Wenn gegenseitiges Vertrauen vorhanden ist, wird dies auch nicht durch vorübergehend schlechte Zahlen zerstört.

Ihre Ist-Zahlen können durchaus schlecht sein, wenn Sie gleichzeitig aufzeigen, wie Sie aus der Misere wieder heraus kommen wollen und können. Dies akzeptiert (fast) jede Bank. Die Banken wollen, werden und können nicht alle Kredite von Kreditnehmern, die sich vorübergehend in der Verlustzone befinden, kündigen. Entscheidend ist, dass eine Perspektive zum Besseren aufgezeigt wird.

Sie haben höchstwahrscheinlich Umsatz- und Ertragsrückgänge. Überprüfen Sie jetzt kritisch Ihre Sachkosten, in fast allen Betrieben ist noch Einsparpotenzial vorhanden. Gleiches gilt für den Personalbereich. Wenn Sie ohne Vorurteile herangehen, finden Sie bestimmt Einsparmöglichkeiten. Belegen Sie die möglichen Auswirkungen mit Zahlen

Gleichzeitig sollten Sie den Markt umso intensiver bearbeiten. Jetzt, wo andere an den falschen Stellen sparen, sollten Sie angreifen und sich offensiv um Ihre Kunden bemühen. Mit Ihren Maßnahmen in Sachen Markt sollten Sie jedoch nicht zahlenmäßig gegenüber der Bank operieren, stellen Sie diesen Aspekt aber im Gespräch gezielt dar. Für Sie gilt: Die Chancen der Krise nutzen! Sie können daraus gestärkt hervorgehen.

Fertigen Sie für die Bank aussagekräftige Unterlagen an, damit sie sieht, welche Maßnahmen Sie planen und mit welchen Auswirkungen Sie rechnen. Bleiben Sie mit Ihren Schätzungen auf der vorsichtigen Seite. Bedenken Sie: Die Bank wird Sie in der Folgezeit an Ihren Planwerten messen.

Erstellen Sie neben einer Rentabilitätsvorschaurechnung am besten noch einen Liquiditätsplan und eine Planbilanz. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrer Bank und dokumentieren Sie, dass Sie handeln. Wenn Sie die Krise aktiv angehen, werden Sie sie auch bewältigen.

Ihnen und Ihren Angehörigen wünsche ich eine gesegnete Weihnachtszeit und viel Erfolg im neuen Jahr.

Mit freundlichen Grüßen


Unternehmensberatung
Martin Dieter Herke


Aktuelle Zinssätze (Stand: Mitte Dezember 2008)
Kontokorrentkredite (EZB-Statistik) Durchschnittszinssatz BRD 7,26 %
6-Monats-Euribor 3,41 % (plus Bankenmarge)
6-Monats CHF-Libor 1,01 % (plus Bankenmarge)
Hypothekendarlehen, Banken-Refinanzierungssatz
3 Jahre fest 3,22 % (plus Bankenmarge)
5 Jahre fest 3,44 % (plus Bankenmarge)
10 Jahre fest 3,93 % (plus Bankenmarge)


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Janur 2008 » 

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