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April 2010
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Kombi-Finanzierung zur Liquiditätssicherung im Mittelstand
NEU: Beteiligungsfinanzierung auch für Betriebsmittel
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Als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich das Verhalten der Banken gegenüber Kreditnehmern spürbar verändert. Aktuelle Untersuchungen zur Unternehmensfinanzierung zeigen, dass es insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen schwerer geworden ist Kreditmittel zu erhalten. Die Banken bemängeln die niedrige Eigenkapitalquote der Kreditsuchenden und verlangen verstärkt so genannte bewertbare Sicherheiten. Der Lösung dieses Problems haben sich jetzt die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften und die Bürgschaftsbanken angenommen und in einer gemeinsamen Initiative die Möglichkeiten beider Institutionen kombiniert. Das neue Kombi-Programm ermöglicht Kreditierungen, die einerseits den Wunsch der Banken nach Sicherheiten (Bürgschaft der Bürgschaftsbank) und andererseits die Stärkung von Eigenkapital (in Form der Beteiligungsfinanzierung) erfüllen. Weisen Sie Ihre Mandanten auf die Vorteile dieser Finanzierungsmöglichkeit hin.
Das Kombi-Programm im Rahmen des Wirtschaftsfonds Deutschland
Seit seiner Einrichtung Anfang März 2009 haben bis Ende Februar 2010 insgesamt über 12.200 Unternehmen Mittel aus dem "Wirtschaftsfonds Deutschland" mit einem Gesamtzusagevolumen von über 11,5 Mrd. Euro erhalten. Darunter waren über 8.000 kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die mittels einer Bürgschaft der Bürgschaftsbanken unterstützt wurden.
BMWI-Staatssekretär Burgbacher: "Bürgschaften der Bürgschaftsbanken sind für viele kleine und mittelständische Unternehmen in der Krise oftmals die einzige Möglichkeit, einen Kredit zu erhalten. Burgbacher weiter: "Aufgrund der durch den Wirtschaftsfonds ermöglichten Kombination von verbürgtem Kredit mit Beteiligungskapital zur Verwendung für eine Betriebsmittelfinanzierung wird die Finanzierungsstruktur des deutschen Mittelstands nun in einem Produkt verbessert."
Beide, Bürgschaftsbanken und Mittelständische Beteiligungsgesellschaften, haben bisher zumindest nach Außen hin getrennt gefördert, obwohl sie intern eng zusammenarbeiten. Bei rund 2/3 der MBG-Beteiligungen ist bereits jetzt parallel eine Bürgschaft in die Finanzierung eingebunden. Neu an dem Kombi-Programm ist, dass beide Förderinstitute ihre Angebote zusammengefügt haben und so noch besser KMU bei Finanzierungen unterstützen können, vor allen Dingen, dass das Kombi-Programm sogar für eine reine Betriebsmittelfinanzierung genutzt werden kann.
Die Bürgschaft ermöglicht in den meisten Fällen erst die Kreditierung und die Beteiligung stärkt das Eigenkapital. Beides zusammen bedeutet einen Fortschritt bei den öffentlichen Fördermaßnahmen.
Wer kann das Kombi-Programm beantragen
Das Kombi-Programm ist für KMU, also kleine und mittlere Unternehmen konzipiert. Die KMU-Definition der EU: Das Unternehmen hat weniger als 250 Mitarbeiter, erwirtschaftet maximal 50 Mio. € Jahresumsatz oder hat höchstens 43 Mio. € Bilanzsumme. Das heißt, dass alle gewerblichen Unternehmen und Freien Berufe (in einigen Bundesländern auch Landwirte), die diese Grenzen nicht überschreiten, Mittel aus dem Kombi-Programm erhalten können. Antragsberechtigt sind „zukunftsfähige“ Betriebe. Sanierungen und Umschuldungen sind ausgeschlossen.
Wo wird der Kreditantrag gestellt
Der Kreditantrag für das Kombi-Programm ist bei der Hausbank zu stellen, die sich dann mit der BB und MBG in Verbindung setzt, um das Procedere abzuwickeln. Auskunft zu dem Programm erteilen aber auch alle Bürgschaftsbanken und Mittelständische Beteiligungsgesellschaften die Sie in allen Bundesländern finden. Die Adressen der für Ihren Standort zuständigen Bürgschaftsbank finden Sie unter www.vdb-info.de und die der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften unter www.bvkap.de
Was wird finanziert
Es handelt sich in erster Linie um eine Betriebsmittelfinanzierung mit dem Ziel der Liquiditätssicherung. Wenn es also um eine Erhöhung von Warenbestand oder Kundenforderungen geht, wenn eine Auftragsfinanzierung ansteht oder wenn Lieferantenverbindlichkeiten zu regulieren sind, kommt das Kombi-Programm genau so in Frage, wie bei einer notwendigen Verbesserung der Liquidität oder der Anschaffung von Maschinen. Die Kreditlaufzeiten werden individuell festgesetzt und können, je nach Finanzierung und Verwendungszweck, bis zu 10 Jahren betragen. Das Kombi-Programm wird in festen Tranchen in 25.000 € Abschnitten zur Verfügung gestellt.
Was kostet die Finanzierung
Der Zinssatz für die Hausbankfinanzierung wird von dieser selbst vor Ort festgelegt und ist bonitätsorientiert. Je nach dem, ob es sich um einen Kontokorrentkredit oder ein Darlehen handelt, sind die Konditionen unterschiedlich. Hinzu kommt die Bürgschaftsprovision, die von der Bürgschaftsbank festgesetzt wird. Es gibt keine einheitlichen Konditionen, da die Bedingungen von den jeweils handelnden Instituten festgesetzt werden.
Kreditsicherheiten
Im Regelfall haften die finanzierten Verwendungszwecke, also bspw. die Sicherungsübereignung von Warenbeständen, Maschinen etc. oder die Abtretung von Forderungen. Die Bürgschaftsbank tritt immer dann ein, wenn dem Unternehmen keine werthaltigen Sicherheiten mehr zur Verfügung stehen, die der Bank als Sicherheit dienen können.
Das Ausfallrisiko der Hausbank wird begrenzt
Durch die Kombination von verbürgtem Bankkredit und Beteiligungsfinanzierung sinkt das Ausfallrisiko der finanzierenden Bank erheblich. Bei einen Finanzierungsmix von 75 % Bankkredit, der in Höhe von 80 % verbürgt wird, und 25 % Beteiligungsfinanzierung, die von der MBG zur Verfügung gestellt wird, sinkt das Risiko der Hausbank bei einem Finanzierungsbetrag von 500.000 € auf 75.000 €. Die folgende Zusammenstellung zeigt die Wirkungsweise.
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| Gesamtbetrag |
Hausbankkredit |
Beteiligung |
Risiko der Hausbank |
| 100.000 € |
75.000 € |
25.000 € |
15.000 € |
| 200.000 € |
150.000 € |
50.000 € |
30.000 € |
| 300.000 € |
225.000 € |
75.000 € |
45.000 € |
| 400.000 € |
300.000 € |
100.000 € |
60.000 € |
| 500.000 € |
375.000 € |
125.000 € |
75.000 € |
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Ein Finanzierungsbeispiel
Ein KMU benötigt zur Finanzierung seines Umlaufvermögens (bspw. Warenbestand und Kundenforderungen) 200.000 €. Vor die Wahl gestellt, diesen Betrag als reinen Bankkredit aufzunehmen oder die Kombi-Finanzierung einzusetzen, erfolgt eine Ge-genüberstellung der Auswirkungen auf die Bilanz und die Eigenkapitalquote. Es kommt zu folgenden Ergebnissen:
Die Ausgangslage: Das folgende verkürzte Bilanzbild zeigt die Situation vor der geplanten Finanzierung von 200.000 €.
| Aktiva |
Betrag |
Passiva |
Betrag |
| Anlagevermögen |
100.000 € |
Eigenkapital |
40.000 € |
| Umlaufvermögen |
300.000 € |
Fremdkapital |
360.000 € |
| Summe Aktiva |
400.000 € |
Summe Passiva |
400.000 € |
Der Betrieb hat eine Eigenkapitalquote von 10,0 % (40.000 x 100 :400.000 = 10,0 %)
Das Unternehmen nimmt zur Finanzierung von Umlaufvermögen einen Bankkredit von 200.000 € auf. Die Bilanz verändert sich wie folgt:
| Aktiva |
Betrag |
Passiva |
Betrag |
| Anlagevermögen |
100.000 € |
Eigenkapital |
40.000 € |
| Umlaufvermögen |
500.000 € |
Fremdkapital |
560.000 € |
| Summe Aktiva |
600.000 € |
Summe Passiva |
600.000 € |
Die Eigenkapitalquote sinkt auf 6,7 % % (40.000 x 100 : 600.000 = 6,7 %)
Wenn sich der Betrieb mit dem Kombi-Programm finanziert, werden 150.000 € Fremdkapital und 50.000 € Beteiligungskapital aufgenommen. Die Bilanzauswirkungen:
| Aktiva |
Betrag |
Passiva |
Betrag |
| Anlagevermögen |
100.000 € |
Eigenkapital |
90.000 € |
| Umlaufvermögen |
500.000 € |
Fremdkapital |
510.000 € |
| Summe Aktiva |
600.000 € |
Summe Passiva |
600.000 € |
Die Eigenkapitalquote verbessert sich auf 15,0 % % (90.000 x 100 : 600.000 = 15,0 %)
Die Bonität wird verbessert
Der große Vorteil der Kombi-Finanzierung besteht in der Verbesserung der Eigenka-pitalquote, die sich auch als Verbesserung beim Rating auswirkt. Während sich die reine Bankfinanzierung negativ auf die Eigenkapitalquote auswirkt, verbessert die Beteiligungsfinanzierung das Eigenkapital und damit auch die Kennzahl. Da die (wirtschaftliche) Eigenkapitalquote zu den wichtigsten Rating-Kennzahlen zählt, er-reicht ein Kreditnehmer mit der Kombi-Finanzierung einen echten Bonitätsvorteil.
Fazit: Dieses Kombi-Programm wendet sich den tatsächlichen Finanzierungsprob-lemen des Mittelstandes zu. Die schwache Eigenkapitalausstattung führt zu schlechten Ratingeinstufungen und damit zu ungünstigen Konditionen bis zu Kreditablehnungen. Die labile Liquiditätslage von vielen KMU ist der zweite problematische Schwachpunkt. Das Kombi-Programm stellt zwischen beiden eine Verbindung her und zeigt einen gangbaren Weg zur Problemlösung. Also: Die Kombination von Sicherung der Liquidität und Stärkung des Eigenkapitals ist schlechthin ideal und ein Schritt in die richtige Richtung.
Fragen: info@unternehmensberatung-herke.de
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