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Januar 2010
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Rating 2010 - Wie Sie noch Einfluss nehmen können
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Das Jahr 2009 war für die meisten Autohäuser trotz Abwrackprämien kein gutes Jahr. 2010 verspricht eher noch schlechter zu werden. Die Finanzmarktkrise und die von ihr ausgelöste Wirtschaftskrise haben ihre Spuren gezogen und sind für ungüns-tige bis schlechte Bilanzergebnisse verantwortlich.
Ein schlechtes Bilanzergebnis zieht im Folgejahr ein schlechtes oder zumindest ein schlechteres Rating nach sich. Die Auswirkungen: die Banken sind zögerlich mit Kreditgewährungen, sie erhöhen die Kreditzinssätze, verlangen unter Umständen zusätzliche Sicherheiten oder verweigern gar Kredite. Allein die Erwartung von schlechten Ergebnissen löst bei den Banken schon „Vorsicht“ aus.
Seit Basel II in Kraft ist, sind die Banken vor jeder Kreditvergabe verpflichtet ein Ra-ting durchzuführen, um anhand dieses Ergebnisses ihr Kreditrisiko zu ermitteln. Wenn die Ratingnote sich verschlechtert, signalisiert dies der Bank, dass ihr Risiko größer wird, was wiederum zur Folge hat, dass sie den mit einem höheren Risiko behafteten Kredit auch mit mehr Eigenkapital unterlegen muss. Für die Bank erhöhen sich damit die Einstandskosten für Kredite und ihr Eigenkapital wird stärker beansprucht.
Die Folgen: Da Kredite mit schlechterem Rating mit mehr Eigenkapital zu unterlegen sind als Kredite mit günstigerem Rating, sind Banken in der Erwartung von sich verschlechternden Rating-Einstufungen mit Kreditvergaben besonders vorsichtig, so dass das Wort von der Kreditklemme bereits die Runde macht. Versorgen Sie Ihr Autohaus deshalb so schnell wie möglich mit ausreichenden Kreditlinien.
Die Zahlen 2009 können Sie nicht mehr verändern. Sind sie schlechter, wird auch das Rating schlechter mit allen negativen Auswirkungen. Für diesen Teil der Bonitätsbewertung haben Sie keine Möglichkeiten einer positiven Beeinflussung mehr. Es geht um Zahlen um „harte“ Fakten, die nunmehr für das Geschäftsjahr 2009 festste-hen.
Rating gliedert sich jedoch in zwei Bereiche, in Hard-Facts (Bilanzzahlen) und Soft-Facts. Leider gibt es in Deutschland kein einheitliches Rating-System nach dem alle Banken ihre Kreditnehmer bewerten. Die Kreditinstitute haben unterschiedliche Systeme im Einsatz, die sich jedoch in ihren Grundzügen gleichen, so dass die wesentli-chen Merkmale übereinstimmen. Die Gewichtungen einzelner Parameter können jedoch voneinander abweichen.
Auch die Gewichtung von Hard- und Soft-Facts kann unterschiedlich sein und zwi-schen 50 und 80 % für Hard-Facts und 20 bis 50 % für Soft-Facts schwanken, wobei dies nicht allein auf die unterschiedliche Handhabung der Banken, sondern auch auf die unterschiedlichen Unternehmensgrößen zurück zu führen ist. Bei größeren Be-trieben haben die Soft-Facts einen größeren Gewichtungsanteil als bei kleineren.
Wenn wir jedoch davon ausgehen, dass die Soft-Facts in vielen Fällen ein knappes Drittel der Bewertung ausmachen, dann sollten wir uns bewusst sein, dass wir gerade in diesen Bereichen einen erheblichen Einfluss auf die Ratingeinstufung ausüben können.
Bei den Hard-Facts geht es um die Bilanzzahlen, bei den Soft-Facts beurteilen die Banken die Zukunftsfähigkeit ihrer Kreditnehmer anhand von qualitativen Kriterien.
Die Hard-Facts werden vielfach anhand folgender Kennzahlen bewertet:
• Eigenkapitalquote
• Gesamtkapitalrentabilität
• Working Capital
• Dynamischer Verschuldungsgrad
• Grad der Kapitaldienstfähigkeit
• Zinsdeckungsquote
Je nach Bank kommen auch noch andere Kennzahlen zum Einsatz. Verschlechtern sich diese Kennzahlen, werden Sie im Rating herabgestuft.
Wenn Sie schon das Betriebsergebnis nicht mehr beeinflussen können, so können Sie jedoch die „weichen Faktoren“ beeinflussen. Verbesserungen in diesem Bereich haben Sie (fast) allein in der Hand. Worum geht es? Neben den Kennzahlen geht es den Banken um folgende Bereiche:
• Qualität der Unternehmensführung (Managementqualität)
• Rechnungswesen, Controlling
• Planung, Steuerung, Risikomanagement
• Organisation, Strategie
• Die Zusammenarbeit mit Banken
• Informationspolitik, Informationsverhalten gegenüber Banken
• Die Art und Weise der Bankkontoführung
• Marketing, Vertrieb
• Markt, Produkte, Wettbewerb
• Unternehmensrisiken, Unternehmensentwicklung
• Branchensituation
Das Ratingergebnis der Soft-Facts ist für die Banken ein Maßstab dafür, ob sie ihrem Kreditnehmer „Vertrauen“ entgegenbringen können oder auch nicht. Eine gute Einstufung bei den Soft-Facts signalisiert der Bank, dass es sich um einen Kreditnehmer handelt, der fachlich und persönlich zuverlässig ist, dem man auch bei weniger guten Zahlen Vertrauen, das heißt Kredit, zur Verfügung stellen kann.
Die Bewertungspositionen im Bereich der Soft-Facts können Sie als Kreditnehmer aktiv beeinflussen sogar unabhängig von den Zahlen, die krisenbedingt schlechter sein können.
Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, das Vertrauensverhältnis gegenüber den Banken, nicht nur zu erhalten, sondern noch zu festigen.
Wenn die Zahlen schlechter werden kommt es besonders darauf an, dass sich Ihre Bank auf die Informationen, die Sie ihr zur Verfügung stellen, verlassen kann. Es geht nicht nur darum, die Bank mit irgendwelchen Informationen zu füttern, sondern es geht darum, der Bank die qualitativen Informationen zugänglich zu machen, die die wirtschaftliche Entwicklung Ihres Autohauses objektiv, verlässlich und zutreffend widerspiegeln. Sie muss anhand Ihrer Informationen ihr Kreditrisiko zutreffend einschätzen können.
Ihre Bank muss davon überzeugt sein, dass Sie zuverlässig sind, dass sie Ihnen „vertrauen“ kann. Nur dann sind Banker Willens und auch in der Lage „Entgegen-kommen“ in schwierigen Situationen zu zeigen.
Dies funktioniert jedoch nur dann, wenn Ihre Informationen auch fachlich einwandfrei sind. Es ist tödlich, wenn Sie Ihrer Bank im Monat März erklären, dass Sie bisher ein ausgeglichenes Betriebsergebnis erwirtschaft haben, um dies einen Monat später zu korrigieren, da Sie „vergessen“ hatten die Bestände wertmäßig anzupassen, Abschreibungen und Wertberichtigungen zu verbuchen und das Ergebnis jetzt kräftig ins Minus abgerutscht ist.
Von da an wird Ihr Banker ewig misstrauisch sein, wenn Sie ihm ein Ergebnis prä-sentieren.
Was jedoch nicht sein darf ist, dass Sie als Kreditnehmer permanent „liefern“ und die Bank nur „nimmt“. Beide Seiten müssen „geben“ und „nehmen“ in Einklang bringen. Es gibt genügend Beispiele wo dieses Zusammenspiel gut klappt und so auch schwierige Phasen, zum Vorteil Beider, gemeistert werden.
Zuverlässige und zutreffende Informationen bedingen aber auch ein bestimmtes Maß an fachkompetenten organisatorischen Voraussetzungen im Unternehmen. Fehlende Organisationsstrukturen, ein lückenhaftes Rechnungswesen, Controlling, das keines ist und nicht vorhandene zeitnahe Ergebnisse, zeigen der Bank, dass die qualitativen Erfolgsfaktoren unzureichend sind. Wenn dann noch schlechte Zahlen hinzu kom-men, ist klar, diesem Antragsteller wird kein Kredit gewährt.
Betrachten wir deshalb einige Positionen, die Sie leicht optimieren können, so dass Sie auf diesem Weg trotz ungünstiger Zahlen ihre Ratingnote verbessern.
Auf die folgenden Positionen kommt es in diesem Zusammenhang besonders an:
• Rechnungswesen, Controlling
• Planung, Steuerung, Risikomanagement
• Informationspolitik, Informationsverhalten gegenüber Banken
Stellen Sie sicher, dass alle unterjährigen Informationen, die Sie an Ihre Bank weitergeben, den tatsächlichen wirtschaftlichen Zustand Ihres Autohauses widerspiegeln.
Anhand der folgenden Checkliste können Sie leicht erkennen, welche Bereiche Sie bereits optimiert haben und welche Sie noch verbessern können. Beachten Sie, dass es gerade in Krisenzeiten darauf ankommt Ihrer Bank zu beweisen, dass Sie Ihr Unternehmen auf einem qualitativ hohen Niveau führen.
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| Position |
JA
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NEIN
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| Haben Sie mit Ihrer Bank einen regelmäßigen Informationsaustausch (Reporting) vereinbart? |
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| Stellen Sie die vereinbarten Informationen jeweils pünktlich und vollständig zur Verfügung? |
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| Informieren Sie Ihre Bank auch außerhalb der vereinbarten Termine, beispielsweise, wenn unvorhersehbares Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung Ihres Unternehmen auslöst. |
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| Liegt Ihre Jahresbilanz innerhalb von 3 Monaten nach Geschäftsjahresschluss vor? |
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Liegt Ihr Monatsergebnis einschließlich aktueller Bilanzzahlen bis zum 15. des Folgemonats vor?
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| Haben Sie sicher gestellt, dass Ihre Monatsergebnisse den tatsächlichen wirtschaftlichen Zustand Ihres Unternehmens dokumentieren? Werden Abschreibungen und Wertberichtigungen monatlich verbucht? |
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| Sind Ihrer BWA Detailergebnisse unterschiedlicher Geschäftssparten und verschiedener Standorte zu entnehmen? |
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| Sind in den Monatsergebnissen alle Kosten und Erträge erfasst, sind notwendige Abgrenzungsbuchungen erfolgt und die Bestände aktuell bewertet? |
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| Praktizieren Sie ein aktives und konsequentes Debitorenmanagement? |
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| Sprechen Sie mit Ihrer Bank frühzeitig darüber, wenn es in Sachen Liquidität bei Ihnen eng zu werden droht? Überziehen Sie Ihr Kreditli-mit immer nur dann, wenn die Bank dem vorher zugestimmt hat? |
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| Sprechen Sie mit Ihrer Bank frühzeitig darüber, wenn es in Sachen Liquidität bei Ihnen eng zu werden droht? Überziehen Sie Ihr Kreditlimit immer nur dann, wenn die Bank dem vorher zugestimmt hat? |
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| Verfügen Sie über eine integrierte Unternehmensplanung bestehend aus einer Rentabilitätsvorschaurechnung, einem Liquiditätsplan auf Monatsbasis und einer Planbilanz? |
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| Erstellen Sie monatliche SOLL-IST-Vergleiche in Sachen Rentabilität und Liquidität? |
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| Können Sie belegen, wie Sie bei Planabweichungen reagieren? |
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| Verfügen Sie über eine aktuelle Kapitaldienstzusammenstellung aus der folgende Punkte zu ersehen sind: Kreditgeber, Kreditart, Limit, Inanspruchnahme, Zinssatz (fest oder variabel), Tilgungsvereinbarung, Jahresrate? |
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Beachten Sie auch die anderen Bereiche der Soft-Facts wie
• Organisation, Strategie
• Marketing, Vertrieb
• Markt, Produkte, Wettbewerb
• Unternehmensrisiken, Unternehmensentwicklung
Sprechen Sie auch diese Punkte an und stellen Sie Informationen zur Verfügung. Ein Organigramm, ein Strategiepapier, ein Marketingplan, Informationen über Produkte, den Markt (Marktvolumen) und Wettbewerber sind für Banken von Interesse. Wenn steuerliche oder prozessuale Risiken, die Finanzauswirkungen haben können, sollten Sie dies gegenüber der Bank ansprechen. Informieren Sie stets offen und umfassend.
Rating besteht aus zwei Bereichen. Lesen Sie, wie Sie die Soft Facts positiv beeinflussen können und deshalb eine bessere Gesamtnote erreichen.
Kurzfassung: Als Folge der Wirtschaftskrise werden die Bilanzzahlen schlechter. Dies führt in der Folge zu einer schlechteren Ratingeinstufung, zu ungünstigeren Kreditbedingungen oder gar zur Kreditverweigerung der Bank. Wie Sie in dieser Phase trotzdem Ihre Ratingeinstufung im qualitativen Bereich verbessern können, lesen Sie hier.
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