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Finanzmarkt
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Basel III
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Basel III - Neue Vorschriften erschweren die Kreditversorgung des Mittelstands
Im September 2009 haben die Regierungschefs der G 20 Staaten in Pittsburgh beschlossen die Risiken der Banken durch strengere Regulierung zu begrenzen, um künftigen Finanzmarktkrisen vorzubeugen. Es geht darum systemische Risiken besser in den Griff zu bekommen. Die „ersten Adressen“ unter den Banken waren zu hoch verschuldet und hatten zu geringe Liquiditätsreserven der Preis dafür, dass sie zu hohe Risiken eingegangen waren, um ihre gesteckten Renditeziele zu erreichen. Das wäre weiter kein Problem, wenn die Fehler die dort gemacht wurden sich nicht heute auf das Kreditgeschäft mit mittelständischen Unternehmen auswirken würden. Sollen doch die, die hohe Risiken eingegangen sind, sie auch tragen und zwar allein. Dem ist aber nicht so, denn die Auswirkungen der Krise treffen, nicht nur, aber insbesondere Mittelständler. Dass es bisher schon für die Betriebe schwerer geworden ist Kredite zu erhalten, braucht nicht näher erläutert zu werden. Jetzt auch noch Basel III. Was hat es damit auf sich?
Alle 10 Jahre eine neue Basel-Vorschrift
Seit 1988 gibt es die erste Basel-Vorschrift, sozusagen Basel I. Der so genannte Baseler Ausschuss, ein Gremium in dem die Aufsichtsbehören und Notenbanken von 27 Staaten vertreten sind, hat seinerzeit „Eigenkapitalvorschriften“ für Banken erlassen. Grundsätzlich haben die Banken danach jeden Kredit mit 8 % ihres Eigenkapitals zu unterlegen. 1999 kam dann der erste Entwurf von Basel II, der 2006 in Kraft gesetzt wurde. Seitdem sind die Kredite, je nach Risiko, mit unterschiedlich hohen Eigenkapitalquoten zu unterlegen. Wie hoch das Risiko ist, wird anhand von Rating festgestellt. Nachdem Basel II die Krise nicht verhindern konnte, soll es nunmehr Basel III richten. Ein erster Entwurf liegt bereits vor und wenn es nach dem Willen der Regierungen geht, soll im Herbst dieses Jahres ein endgültiger Entwurf vorliegen, der 2012/2013 in Kraft treten soll.
Wer jetzt glaubt, wir hätten noch Zeit bis 2013 wird irren, denn wenn der Entwurf einmal vorliegt, werden sich die „Märkte“ auf die neuen Vorschriften einstellen und auch danach handeln.
Was sieht Basel III vor? Die Banken brauchen mehr und qualitativ besseres Kapital, also mehr „hartes“ Kapital als bisher. Dies heißt im Klartext, dass die Banken im Verhältnis zu ihrem bisherigen Kapital weniger Kredite gewähren dürfen. Auch die Höhe der Verschuldung soll neu geregelt und niedriger angesetzt werden als bisher. Ein weiterer Punkt für Zurückhaltung im Kreditgeschäft.
An dieser Stelle sollen keine Einzelheiten der geplanten Vorschriften diskutiert werden, zumal allein deren Darstellung schon „einfache Fachleute“ überfordern. Beschäftigen wir uns deshalb mit den für Mittelständler negativen Auswirkungen und wie wir ihnen entgegenwirken können.
Basel III engt den Kreditspielraum der Banken weiter ein
Wenn den Banken in Zukunft weniger anrechenbares Eigenkapital zur Verfügung steht, können Sie weniger Kredite gewähren. Eine einfache Rechnung. Wer wird aus diesem Grund keinen Kredit bekommen, bzw. welche Kredite müssen abgebaut werden? Eine einfache Antwort. Kreditnehmer bzw. Kredite mit den höchsten Risiken werden abgebaut oder nicht mehr berücksichtigt. Die Banken werden höchstwahrscheinlich nicht so reagieren, dass sie bspw. ihr Kreditvolumen um 5 oder 10 % kürzen. Sie werden sich wohl eher von risikoreichen Krediten bzw. Kreditnehmern trennen. Die guten bleiben, die schlechten werden aussortiert. Hier liegt das Risiko für mittelständische Kreditnehmer. Die einzelnen Betrieb haben mit diversen Risiken zu kämpfen (schlechte Rentabilität, labile Liquidität, geringes Eigenkapital, knappe Kapitaldienstfähigkeit).
Die Ratingnote entscheidet darüber, wer Kredit erhält und wer nicht
Da rollt die nächste Problemwelle auf den deutschen Mittelstand zu. Die Methode: es wird schon nicht so schlimm kommen, sitzen wir es aus, wird nicht helfen. Dass Basel III kommen wird, steht fest und dass dadurch nichts besser wird in punkto Kreditfinanzierung von mittelständischen Unternehmen steht ebenfalls fest. Also hilft nur die „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Niemand braucht dieser Entwicklung hilflos gegenüber zu stehen. Jedes Unternehmen, jeder Inhaber, Gesellschafter oder Geschäftsführer hat Instrumente zur Verfügung dieser Entwicklung entgegen zu wirken. Man könnte das Instrument „ratingorientiertes Management“ nennen. Worum geht es? Via Rating verschaffen sich die Banken einen Überblick über die wirtschaftliche und finanzielle Lage ihres Kreditnehmers (Bilanzrating) und über die Qualität seiner Unternehmensführung (Rating der Soft Facts). Nach dem Motto „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ können Sie auch in diesem Zusammenhang vorgehen.
Es kommt also im Wesentlichen darauf an, günstige Bilanzkennzahlen zu erreichen und eine offensive Finanzkommunikation zu praktizieren. Ihre Bilanzkennzahlen können Sie wirkungsvoll durch die Reduzierung der Bilanzsumme, also, neben anderen Maßnahmen, durch den Abbau von Beständen und Forderungen erreichen. Sie verbessern dadurch gleich ein ganzes Bündel von Kennzahlen wie
» Eigenkapitalquote
» Gesamtkapitalrentabilität
» Gesamtkapitalumschlag
» Lagerumschlag / Lagerdauer
» Debitorenlaufzeit
» Kreditorenlaufzeit
» Zinsdeckungsquote u. a. m.
Verbessern Sie die Finanzkommunikation, oder, falls noch nicht vorhanden, installieren Sie eine regelmäßige Finanzkommunikation gegenüber Ihren Banken. Information schafft Vertrauen. Beseitigen Sie Sperren und Hemmnisse im Informationsfluss. Vereinbaren Sie mit den Banken sowohl den Umfang als auch die zeitliche Abfolge von Informationen. Sie können mit diesen Maßnahmen Ihre Ratingeinstufung verbessern, erreichen eine bessere Bonitätsbeurteilung, gewinnen/erhalten das Vertrauen der Bank und gehören zu denjenigen, die auch weiterhin Kredit bekommen. Unterschätzen Sie nicht die bevorstehende Entwicklung.
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