Finanzmarkt
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Unternehmen in der Krise -
wie verhält sich die Bank?
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Die meisten Unternehmen kommen irgendwann einmal in eine Krisensituation. Entscheidend ist, dass Sie dann nicht den Kopf in Sand stecken, sondern die Krise aktiv überwinden. Ob Daimler-Chrysler, Volkswagen oder BMW, alle befanden sich schon einmal in einer Krisensituation. Heute stehen sie wieder gut da, was beweist, Krisen sind überwindbar.
Die typischen Symptome einer Krise: Der Umsatz sinkt, die Bestände und die Außenstände steigen, Forderungen werden zweifelhaft, das Kreditlimit wird überzogen, die Bilanzergebnisse sind schlecht, das Eigenkapital nimmt ab, die Bank will keine neuen Kredite mehr einräumen und fordert für die bestehenden Kredite zusätzliche Sicherheiten. Kurz, ein Unternehmen dieses Zustands befindet sich mitten in einer Finanzkrise und kämpft um’s Überleben.
7 Punkte: So verhalten Sie sich in einer Krisensituation richtig
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Sprechen Sie bereits bei den ersten Krisenanzeichen offen mit Ihren
Banken. Versuchen Sie keinesfalls Ihre schlechte Lage schönzureden. Ihre Bank hat wahrscheinlich schon längst bemerkt, dass die Dinge bei Ihnen schief laufen. |
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Informieren Sie alle Ihre Banken gleichzeitig und umfassend und vermitteln Sie ihnen das Gefühl, dass Sie den Willen haben, die Schwierigkeiten zu meistern. |
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Engagieren Sie einen erfahrenen Unternehmensberater oder Ihren Steuerberater / Wirtschaftsprüfer, der mit Ihnen gemeinsam einen Sanierungsplan ausarbeitet und ihn zusammen mit Ihnen den Banken erläutert. Sie erfahren in dieser Phase mehr Akzeptanz, wenn Sie sich fachkundige Unterstützung heranholen. |
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Beachten Sie in Ihrem Sanierungsplan, dass Sie alle Kreditgeber möglichst gleichmäßig behandeln. Sie können nicht einem Kreditgeber die Hauptlast übertragen und andere freistellen. Legen Sie in puncto Risikoverteilung einen ausgewogenen Plan vor. |
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Stellen Sie nur erreichbare Verbesserungen in Aussicht. Wenn Sie in dieser Phase leere Versprechungen abgeben, schaden Sie sich selbst, da Sie dadurch das Vertrauen der Bank verlieren. |
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Bemessen Sie den Zeitrahmen für die Sanierung Ihres Unternehmens überschaubar, aber nicht zu knapp. |
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Gewähren Sie den Banken uneingeschränkte Einsicht in Ihre Unterlagen. Wenn Sie jetzt Informationen verweigern, wecken Sie nur Misstrauen.
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Wann eine Krise tatsächlich eine Krise ist
Ihr Unternehmen befindet sich nicht schon deshalb in einer Finanzkrise, weil es auf Ihrem Kontokorrentkonto eng zugeht und Sie permanent Ihre Kreditlinie erreichen.
» Ihr Unternehmen befindet sich dann in einer Finanzkrise, wenn Sie nicht mehr selbständig finanziell handlungsfähig sind und nur noch mit Hilfe von außen Ihre Verpflichtungen erfüllen können.
Bewegen Sie Ihre Banken und andere Gläubiger zum Stillhalten
In dieser Phase muss Ihr erstes Ziel lauten: Unruhe unter Ihren Banken zu vermeiden. Falls Sie Verbindlichkeiten bei diversen Lieferanten auflaufen ließen, geht es auch um diese.
Wenn sich Ihre Liquiditätsprobleme erst einmal herumgesprochen haben, versuchen einzelne Gläubiger ihre Schäfchen ins trockene zu bringen und setzen Sie unter Druck.
Die negativen Folgen für Sie: Die Banken verwenden eingehende Gelder zur Reduzierung ihrer Kredite. Lieferanten verlangen Barzahlung. Jetzt müssen Sie handeln.
Sie dürfen die Dinge nicht treiben lassen, Sie müssen unbedingt handeln, weil ansonsten Ihr Unternehmen unweigerlich auf den Kollaps zutreibt. Setzen Sie sich mit Ihren Gläubigern zusammen, informieren Sie sie und versuchen Sie, Ihre wichtigsten Gläubiger zum Stillhalten zu bringen. Sie müssen Zeit gewinnen, um Ihr Unternehmen zu sanieren.
Ihr erster Schritt: Ein Stillhalteabkommen mit den Banken
Stillhalten bedeutet bei den Banken
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keine Kreditkündigung
keine Verwertung von Kreditsicherheiten
keine Zwangsmaßnahmen bei Fristablauf von Krediten.
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Zum Stillhalten gehört nicht automatisch die Aufrechterhaltung bestehender Kreditlinien. Versuchen Sie Ihre Banken dazu zu bewegen, dass Sie Ihnen die bestehenden Kreditlinien offen halten. So behalten Sie wenigstens die Möglichkeit eingehende Zahlungen zur Regulierung der dringendsten Verbindlichkeiten einzusetzen.
Vorsicht: Es kann sein, dass die Bank Ihre Kreditlinie in der jeweiligen Höhe einfriert. In diesem Fall wird sie eingehende Gelder zur Reduzierung des Kontokorrentkredits einsetzen, um diesen permanent zu verringern. Beachten Sie: Nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen darf die Bank eingehende Gelder mit eigenen Forderungen verrechnen.
Lenken Sie eingehende Gelder an die richtige Stelle
Falls Ihre Bank eingehende Gelder, die Sie zur Regulierung bestimmter Forderungen vorgesehen haben „kassieren“ will, sollten Sie ihr einen bestimmten Auftrag für die Verwendung dieser Beträge erteilen. Reichen Sie nicht einfach einen Scheck ein, sondern schreiben Sie dazu:
„Den Scheck Nr. 123 456 auf die xy-Bank über 4.500 € wollen Sie bitte ausschließlich zur Einlösung des am 15. dieses Monats fälligen Wechsels über ebenfalls 4.500 € verwenden“.
Jetzt darf Ihre Bank die 4.500 € nur zur Wechseleinlösung einsetzen und kann sie nicht zum Abbau Ihres Kontokorrentsaldos verwenden.
Setzen Sie sich mit Ihren anderen Gläubigern in Verbindung
In einer Krise sind Sie vom Wohlwollen und der Einsicht Ihrer Gläubiger abhängig. Machen Sie ihnen klar, dass sie im Falle einer Insolvenz größeren Schaden nehmen. Treffen Sie auch mit Ihren Hauptgläubigern unter den Lieferanten ein Stillhalteabkommen, das Ihnen Zeit lässt, Ihr Konzept zu realisieren.
Konkrete Sanierungsmaßnahmen
Legen Sie Ihren Hauptgläubigern einen konkreten Maßnahmenplan zur Verbesserung Ihrer Situation vor. Sie können beispielweise folgende Maßnahmen ergreifen:
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Abbau von Lagerbestand insbesondere in den Bereichen, die sich liquiditätsmäßig auswirken, also insbesondere bei Gebrauchtwagen. |
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Verminderung der Außenstände durch einen verbesserten Zahlungsanreiz für Sofortzahlungen und durch ein konsequentes Mahnwesen. |
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Stoppen Sie alle geplanten Investitionen, die über Ihre Selbstfinanzierungskraft hinausgehen. |
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Stellen Sie sicher, dass selbst geringwertige Wirtschaftsgüter nur noch mit Ihrer persönlichen Genehmigung bzw. der Genehmigung der Geschäftsleitung angeschafft werden dürfen. |
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Überlegen Sie, ob Sie sich von nicht benötigtem Anlagevermögen durch Verkauf trennen können |
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Durchforsten Sie jede einzelnen Kostenposition. Passen Sie Ihre Kosten dem veränderten Umsatzvolumen an. Verlangen Sie von Ihren Mitarbeitern erhöhte Leistungsbereitschaft. Es geht auch für Ihre Mitarbeiter darum, ihren Arbeitsplatz zu retten. |
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Trennen Sie sich von nicht mehr benötigten Mitarbeitern. Wahrscheinlich stellen Ihre Personalkosten den größten Kostenblock dar. |
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Prüfen Sie, ob Sie noch Potenzial zur Einnahmensteigerung haben, beispielsweise die Erhöhung von Stundenverrechnungssätzen, soweit der Markt dies zulässt. |
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Überlegen Sie, ob Sie durch Sonderaktionen Ihre Einnahmen verbessern können. |
Fassen Sie alle Maßnahmen schriftlich auf einem Blatt zusammen.
Beispiel: Zusammenstellung von Sanierungsmaßnahmen
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| Maßname |
Betrag |
Zeitraum |
| Verkauf von Anlagevermögen |
120.000 € |
6 Monate |
| Abbau Lagerbestand (GW) |
250.000 € |
3 Monate |
| Abbau Kundenforderungen |
100.000 € |
4 Monate |
| Abbau Personalkosten |
200.000 € |
6 Monate |
| Abbau Sachkosten |
40.000 € |
3 Monate |
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Was die Banken zur Sanierung Ihres Unternehmens tun können
Wenn es Ihnen gelungen ist, Ihre Banken von der Sanierungsfähigkeit Ihres Unternehmens zu überzeugen, können Sie auch mit weiterem Entgegenkommen rechnen.
Wie Ihnen die Bank helfen kann
Sprechen Sie Ihre Bank in einer solchen Situation auf verschiedene Hilfen an, die sie Ihnen gewähren kann. Es können folgende Möglichkeiten in Frage kommen:
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Die Bank gewährt Ihnen Zusatzkredite, damit Sie Ihr Sanierungsziel erreichen können |
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Zur Verbesserung Ihrer Liquidität erklärt sich die Bank mit einer vorübergehenden Tilgungsaussetzung einverstanden. |
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Die Bank ist bereit, Ihnen die anfallenden Zinszahlungen zu stunden, das heißt, sie erhöht Ihren Kredit um die Zinsen. |
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Damit Zins- und Tilgungszahlungen auf die Kredite entfallen ist die Bank bereit, einen Teil Ihrer Kredite in Beteiligungen umzuwandeln. Sie sieht darin eine Möglichkeit, Ihr Kapital zu retten. |
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Die Bank verzichtet - meist für einen bestimmten Zeitraum - auf jegliche Zinszahlungen. Sie gibt Ihnen dadurch die Möglichkeit, Ihre Rentabilität zu verbessern, um Ihr Sanierungsziel zu erreichen. |
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Die Bank spricht einen Forderungsverzicht aus. Meist verzichtet die Bank nur auf einen Teil Ihrer Forderungen, um die restlichen Forderungen zu retten. |
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